🙈🙊🙉 Angst vor Gefühlen?

Erlauben wir uns überhaupt, uns so zu fühlen, wie wir uns fühlen oder wollen wir manche Gefühle einfach nur loswerden?
collage photo of woman

In meiner Arbeit ist es von zentraler Bedeutung, Menschen dabei zu unterstützen, wieder in Kontakt mit sich selbst zu treten, ihre innere Welt zu erkunden und ihre Gefühle und Stimmungen bewusst wahrzunehmen und zu akzeptieren. Dieser Prozess des Selbstwiederentdeckens kann tiefgreifende Veränderungen in ihrem Leben bewirken.

Wir alle wachsen mit bestimmten Vorstellungen darüber auf, welche Gefühle in unserer Gesellschaft oder innerhalb unserer Familien akzeptabel sind. Beispielsweise lernen viele von uns, dass Jungen nicht weinen sollten oder dass Mädchen nicht wütend sein dürfen. Diese sozialen Normen prägen unser Verständnis von Emotionen und beeinflussen, wie wir mit ihnen umgehen.

Erlauben wir uns, unsere Gefühle in ihrer vollen Bandbreite zu erleben, oder versuchen wir, unangenehme Emotionen zu unterdrücken und loszuwerden? 

Haben wir möglicherweise Angst vor bestimmten Emotionen?

Um dem ganzen etwas besser auf die Schliche zu kommen eigenen sich Grafiken und Auflistungen von Gefühlen. 

Eine bewährte Anordnung ist das Rad der Emotionen des amerikanischen Psychologen Robert Plutchik, der bereits 1980 seine Emotionstheorie vorstellte.

Er ordnete die Emotionen und Gefühle auf einem Kegel an, der aufgeschnitten wie ein Rad aussieht. Die Anordnung ist folgendermaßen:

  • ähnliche sind nebeneinander
  • gegensätzliche sind gegenüber
  • intensivere weiter innen
Rad der Emotionen nach Robert Plutchik

Die Angst vor Gefühlen

Die Angst vor Gefühlen wird oft als „Gefühlsphobie“ oder „Affectiophobie“ bezeichnet. Es handelt sich um eine emotionale Herausforderung, bei der jemand Angst vor eigenen oder den Gefühlen anderer hat.

Hier sind einige mögliche Gründe für die Angst vor Gefühlen:

  1. Vergangene Traumata: Menschen, die traumatische Erfahrungen in ihrer Vergangenheit gemacht haben, können Angst vor Gefühlen entwickeln, da diese mit negativen Erinnerungen oder Schmerz in Verbindung gebracht werden.
  2. Unbekanntes oder Unsicherheit: Einige Menschen haben Angst vor ihren eigenen Gefühlen, weil sie nicht wissen, wie sie mit ihnen umgehen sollen. Sie befürchten, dass Emotionen außer Kontrolle geraten könnten.
  3. Gesellschaftlicher Druck: In manchen Kulturen oder Gesellschaften wird das Zeigen von Emotionen als Schwäche betrachtet. Dies kann dazu führen, dass Menschen ihre eigenen Gefühle unterdrücken oder verleugnen.
  4. Angst vor Ablehnung: Menschen können Angst vor ihren eigenen Gefühlen haben, weil sie fürchten, dass diese sie verletzlich machen und sie dadurch von anderen abgelehnt werden könnten.
  5. Soziale Ängste: Die Angst vor Gefühlen kann auch mit sozialen Ängsten in Verbindung stehen, bei denen Menschen Angst vor der Reaktion anderer auf ihre Emotionen haben.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Angst vor Gefühlen eine normale Reaktion sein kann, die jedoch in einigen Fällen extrem oder lähmend werden kann. Wer nie gelernt hat, mit bestimmten Emotionen umzugehen kann auch unter der Angst vor Kontrollverlust leiden, also die Befürchtung, im Extremfall die Beherrschung zu verlieren. 

In solchen Fällen kann professionelle Hilfe, wie die Beratung durch einen Psychologen oder Therapeuten, nützlich sein, um die Ursachen der Angst zu verstehen und Wege zu finden, damit umzugehen.

Wie sieht es bei euch aus?

Welche Emotionen und Gefühle könnt ihr in eurem Inneren wahrnehmen? 

Welche davon begrüßt ihr mit offenen Armen, welche möchtet ihr am liebsten meiden, und gibt es welche, die ihr am liebsten nie erleben würdet?

Wie ihr auf diese Emotionen reagiert, kann einen bedeutenden Einfluss auf eure Lebensqualität haben.

Bleibt ihr ruhig und gelassen, wenn diese Gefühle auftauchen, oder versucht ihr, sie zu verdrängen? 

Oder vielleicht kämpft ihr aktiv dagegen an, um diese Emotionen zu bewältigen?

Es ist wichtig zu verstehen, dass Emotionen ein natürlicher und wichtiger Teil des menschlichen Lebens sind. Sie dienen dazu, uns Informationen über unsere Umgebung und unsere Bedürfnisse zu vermitteln. 

Das bewusste Erkennen und Akzeptieren unserer Gefühle kann dazu beitragen, dass wir uns selbst besser verstehen und gesündere Wege finden, mit ihnen umzugehen. 

Dieser Prozess kann dazu beitragen, innere Konflikte zu lösen und letztendlich zu einem ausgeglicheneren und erfüllteren Leben führen.

 

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