­čö«­čś▒ Angst vor der Zukunft

assorted tarot cards on table

Als Menschen haben wir eine bemerkenswerte Gabe: unsere Vorstellungskraft. Diese F├Ąhigkeit, sich Dinge vorzustellen, unterscheidet uns von allen anderen Lebensformen auf dieser Erde. Zahlreiche vision├Ąre Pers├Ânlichkeiten haben diese bemerkenswerte F├Ąhigkeit genutzt, um Innovationen und revolution├Ąre Ver├Ąnderungen in die Welt zu bringen.

Denken wir nur daran, wie sich die Welt ver├Ąndert hat, seitdem das erste Auto die B├╝hne betreten hat. In einer Zeit, in der Pferde und Kutschen die Norm waren, wagten einige Tr├Ąumer sich vorzustellen, wie eine Maschine ohne Pferde tats├Ąchlich funktionieren k├Ânnte. Diese Vision wurde Wirklichkeit, dank Menschen, die diese Vorstellung teilten und unterst├╝tzten.

Die Zukunft, ob von positiven oder negativen Entwicklungen gepr├Ągt, h├Ąngt entscheidend davon ab, wie Menschen diese Entwicklungen interpretieren und wie sie sich dabei f├╝hlen. Unser Handeln und unsere Bewertung von Ver├Ąnderungen formen das Gesicht der Welt von morgen.┬á

Es ist unsere kollektive Vorstellungskraft, die uns erm├Âglicht, die Zukunft zu gestalten und die Welt zu einem besseren Ort zu machen, oder ob wir Angst davor haben.

Woher kommt die Angst vor der Zukunft

Die Angst vor der Zukunft ist ein weit verbreitetes menschliches Gef├╝hl, und sie kann aus verschiedenen Quellen stammen. Einige der Hauptgr├╝nde, warum Menschen ├ängste und Sorgen in Bezug auf die Zukunft entwickeln k├Ânnen, sind u.a.

Die Zukunft ist per Definition unsicher, und das Unbekannte kann be├Ąngstigend sein. Menschen haben oft Angst vor dem, was sie nicht vorhersagen oder kontrollieren k├Ânnen.

Die Zukunft bringt zwangsl├Ąufig Ver├Ąnderungen mit sich, und viele Menschen empfinden Ver├Ąnderungen als bedrohlich. Der Gedanke an Ver├Ąnderungen im pers├Ânlichen Leben, in der Gesellschaft oder in der Welt kann ├ängste ausl├Âsen.

 

Finanzielle Sorgen, Arbeitsplatzunsicherheit und wirtschaftliche Krisen k├Ânnen die Angst vor der Zukunft verst├Ąrken. Wenn Menschen nicht sicher sind, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen oder ihre finanzielle Sicherheit gew├Ąhrleisten k├Ânnen, entstehen ├ängste.

Gesundheitsprobleme oder die Angst vor Krankheiten und Pandemien k├Ânnen ├ängste in Bezug auf die Zukunft ausl├Âsen. Die Vorstellung von unerwarteten Gesundheitsproblemen kann besonders be├Ąngstigend sein.

Die Sorge um Umweltprobleme wie Klimawandel, Naturkatastrophen und Umweltzerst├Ârung kann die Angst vor der Zukunft intensivieren. Die Vorstellung von einer ungewissen ├Âkologischen Zukunft kann ├ängste hervorrufen.

Konflikte, politische Instabilit├Ąt und soziale Unruhen k├Ânnen die Sorgen um die Zukunft erh├Âhen. Die Vorstellung von Unsicherheit in Bezug auf Frieden und soziale Gerechtigkeit kann ├ängste ausl├Âsen.

Die pers├Ânliche Geschichte und Erfahrungen eines Menschen k├Ânnen ebenfalls ├ängste in Bezug auf die Zukunft beeinflussen. Traumatische Erlebnisse, Misserfolge oder Unsicherheiten in der Vergangenheit k├Ânnen ├ängste verst├Ąrken.

Die Art und Weise, wie Medien und Informationen pr├Ąsentiert werden, kann ├ängste vor der Zukunft beeinflussen. Sensationsberichterstattung, alarmierende Schlagzeilen und negative Nachrichten k├Ânnen ├ängste verst├Ąrken.

Wie sich Zukunfts├Ąngste ├Ąu├čern

Oft ist es auf den ersten Blick gar nicht klar, dass es sich um Angst handelt. Manche Menschen sagen, dass sie Angst haben, doch viele beschreiben eher eine dunkle Zukunft und ├Ąu├čern Gedanken, die eine Angst erahnen lassen.┬á

Typische ├äu├čerung sind beispielsweise:

  • „Das wird alles ganz schlimm:“
  • „Es wird alles zusammenbrechen.“
  • „Die (Politiker) machen alles kaputt.“
  • „Denen (Wirtschaftsbossen) ist doch egal, was aus uns wird.“
  • „Die (Gefl├╝chteten) wollen uns alles wegnehmen.“
  • etc.

Wie Irrt├╝mer & Denkfehler entstehen

Wenn wir die Welt sehen, dann sehen wir sie immer mit unseren Augen, d.h. mit unseren Erfahrungen und so, wie wir uns gerade f├╝hlen. Ob man etwas schlimm findet oder nicht, h├Ąngt ma├čgeblich davon ab, ob man gerade gut drauf oder wahnsinnig gestresst ist.

Stellen Sie sich doch mal vor, wenn Sie im Auto sitzen und dringend zu einem Termin m├╝ssen. Sie kommen im Verkehr kaum voran und werden geschnitten. Wie reagieren Sie? Wie w├╝rden Sie reagieren, wenn Ihnen das im Urlaub im Ausland passiert?

Was wir Denken, wie wir uns F├╝hlen und welches Verhalten wir an den Tag legen, h├Ąngt wesentlich davon ab, wie gut wir uns kennen und welche Fehler wir beim Denken machen.┬á

Aaron T. Beck, der Vater der kognitiven Verhaltenstherapie, beschrieb die sogenannten kognitiven Verzerrungen, wie

Dieser Denkfehler beinhaltet das Sehen von Situationen in extremen Kategorien wie „alles ist perfekt“ oder „alles ist schrecklich“, ohne Raum f├╝r Zwischent├Âne oder Nuancen. Es wird auch Schwarz-Wei├č-Denken genannt.

Hierbei werden allgemeine Schlussfolgerungen basierend auf einer begrenzten Anzahl von Ereignissen oder einem einzelnen Ereignis gezogen, ohne die F├╝lle von M├Âglichkeiten zu ber├╝cksichtigen. Wir sehen einen Fall, der so ist, wie wir bef├╝rchten und schlie├čen daraus, dass es immer so ist.

Menschen mit diesem Denkfehler neigen dazu, nur bestimmte negative Aspekte einer Situation zu beachten und positive oder neutrale Aspekte zu ├╝bersehen. Das hat auch damit zu tun, dass wir negative Emotionen oft st├Ąrker wahrnehmen als positive.

Dies beinhaltet das Vorstellen oder Erwarten des schlimmstm├Âglichen Ergebnisses in einer Situation, selbst wenn diese Wahrscheinlichkeit gering ist.┬á

Dieser Denkfehler tritt auf, wenn Menschen ihre Gef├╝hle als Beweis f├╝r die Richtigkeit einer Annahme oder ├ťberzeugung anf├╝hren, ohne objektive Beweise zu ber├╝cksichtigen.┬á

Menschen verwenden oft „sollte“, „m├╝sste“ oder „darf nicht“ Aussagen, um unrealistische Erwartungen an sich selbst oder andere zu setzen, was zu Entt├Ąuschung und Frustration f├╝hren kann.

Hierbei bewerten Menschen sich selbst oder andere ohne ausreichende Beweise oder Ber├╝cksichtigung von Kontext als „gut“ oder „schlecht“.┬á

Menschen machen oft voreilige negative Vorhersagen ├╝ber zuk├╝nftige Ereignisse, die dazu f├╝hren k├Ânnen, dass sie sich ├Ąngstlich oder deprimiert f├╝hlen.

Dieser Denkfehler tritt auf, wenn Menschen glauben, zu wissen, was andere ├╝ber sie denken, ohne tats├Ąchliche Beweise daf├╝r zu haben.

Hierbei werden positive Ereignisse minimiert und negative Ereignisse maximiert, was zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realit├Ąt f├╝hrt.

Ein Aspekt, der heute nat├╝rlich eine gro├če Rolle spielt sind die M├Âglichkeiten, wie man Menschen mit ├Ąhnlichen Gedanken findet und sich in seiner Sicht auf die Dinge gegenseitig best├Ąrkt, was bei innovativen Ideen durchaus als Vorteil gesehen werden kann, ist also bei ├ängsten eher kontraproduktiv.

Wie man am besten damit umgeht

Vielleicht haben Sie selbst schon die Erfahrung gemacht, wenn Sie mit Menschen dann inhaltlich und sachlich ├╝ber die ausgesprochenen Gedanken diskutieren, dass es nicht lange dauert, bis diese Menschen neue ├Ąngstliche Gedanken ├Ąu├čern. Eine Sisyphusarbeit, die nat├╝rlich ohne Erfolg ist, solange man die Angst nicht ernst nimmt.┬á

S├Ątze wie „Du musst keine Angst haben.“ sind dabei ebensowenig hilfreich wie Vorw├╝rfe, dass Menschen zu bl├Âd zum Nachdenken sind.

Das Gefühl der Angst ist real und für den betroffenen Menschen hat es auch einen nachvollziehbaren Grund, warum er*sie diese Emotion spürt. Es ist besser nachzufragen, was genau Menschen Angst macht, was sie glauben und welche Schlüsse sie woraus ziehen. 

Wer dabei ruhig bleibt, kann vielleicht sogar erkennen, wie nachvollziehbar manche ├ängste sind, z.B. vor ├ťberforderung, im Stich gelassen zu werden, unter die R├Ąder zu kommen, sozial oder ├Âkonomisch abgeh├Ąngt zu werden oder abzusteigen, zu den Verlierern zu geh├Âren, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben, krank zu werden, ausgeraubt zu werden, auf etwas Verzichten zu m├╝ssen, oder oder oder

 

Zusammenfassung

Es ist wichtig zu beachten, dass die Angst vor der Zukunft eine normale menschliche Reaktion ist, und jeder hat gelegentlich mit solchen ├ängsten zu k├Ąmpfen. Allerdings kann ├╝berm├Ą├čige Angst vor der Zukunft zu Stress und Beeintr├Ąchtigungen f├╝hren, die zu Irrt├╝mern und Denkfehlern f├╝hrt.

Wir k├Ânnen lernen, uns gegenseitig dabei unterst├╝tzen, die Angst anzunehmen, damit unser Gehirn wieder weniger gestresst ist und damit andere Areale wieder zug├Ąnglicher werden.

Wenn diese ├ängste das t├Ągliche Leben erheblich beeintr├Ąchtigen, kann es hilfreich sein, professionelle Unterst├╝tzung in Anspruch zu nehmen, beispielsweise von einem Psychologen oder Therapeuten.

Weiterf├╝hrende Links

Nach oben scrollen
Skip to content