­čĄ»­čźą Was tun, wenn mich etwas triggert?

Viele Menschen nutzen das Wort "triggern", um eine unerw├╝nschte oder ungewollte emotionale Reaktion zu beschreiben. Mit fatalen Folgen!
Dieses Bild stellt verschiedene Szenarien dar, in denen die Person getriggert wird und verschiedene Bew├Ąltigungsstrategien wie tiefes Atmen, ruhige Kommunikation und k├Ârperliche Aktivit├Ąt anwendet. Die Hintergrundelemente symbolisieren emotionale Trigger und Techniken zur Emotionsregulation, wobei der Fokus auf Ruhe und Ausgeglichenheit liegt.

Haben Sie das auch schon geh├Ârt oder geh├Âren Sie sogar zu denjenigen, die das Wort „triggern“ gerne verwenden?

Gro├čartig. Denn das bedeutet, dass Sie oder die Menschen in Ihrer Umgebung noch sp├╝ren, dass etwas in Ihnen ausgel├Âst wird. Und in der heutigen Zeit ist das gar nicht mehr so g├Ąngig.┬á

Allerdings muss man auch ganz klar sehen, dass die meisten Menschen das nur dann sagen, wenn es sich um unangenehme Gef├╝hle handelt. Jede Person, die schonmal verliebt war, k├Ąme wohl im Traum nicht darauf, sich dar├╝ber zu beschweren, was ihr Gegen├╝ber in ihr ausl├Âst, sofern das Gef├╝hl erwidert wird.

Schauen wir uns heute mal an, was dieses Triggern bedeutet, was es genau ist und wie wir lernen k├Ânnen, angemessen damit umzugehen, anstatt nur darauf zu hoffen, dass das Gegen├╝ber etwas tut oder unterl├Ąsst, damit es mir besser geht.

Was sind Trigger?

Trigger hei├čt erstmal grunds├Ątzlich Ausl├Âser. Beispielsweise werden sie in der Software-Entwicklung ben├Âtigt, damit Computer oder Roboter in Form von „WENN… DANN…“- Anweisungen wissen, was sie tun sollen.┬á

Im menschlichen Beisammensein ist es etwas komplexer, weil wir unsere Anweisungen und die der anderen oft nicht kennen.

Beispiel:
Person A und Person B leben im selben Haushalt. Person A sieht, dass der Müllbeutel voll ist. Daraus leitet sie ab, dass er zur Mülltonne gebracht werden muss und tut es. Person B sieht ebenfalls den vollen Müllbeutel, hat aber im Gegensatz zur Person A eine andere Programmierung. Person B unternimmt nichts.

In bestimmten F├Ąllen kommt es zu emotionalen Reaktionen, weil Person A nicht verstehen kann, warum Person B den M├╝ll nicht aus der Wohnung schafft. Im Eifer des Gefechts wird dann der emotionale Reiz „├ärger“ ├╝bersetzt in „Siehst Du denn nicht, dass der M├╝ll voll ist?“

Kommt jetzt ein „Ja, sehe ich. auch“, dann droht schon der n├Ąchste Trigger: „Wut“.

Anstatt zu kommunizieren┬á„Es ├Ąrgert mich, wenn ich alleine daf├╝r Sorge trage, dass der volle M├╝llbeutel in die M├╝lltonne gelangt┬áund ich w├╝nsche mir, dass wir das gleichberechtigt erledigen.“ kommt es zur spiralf├Ârmig ablaufenden Eskalation, bei der die ausgel├Âste Emotion automatisch zu noch mehr Vorw├╝rfen und Unverst├Ąndnis kommt.

In manchen F├Ąllen geraten┬áMenschen so schnell aneinander, dass gar nicht mehr klar ist, worum es eigentlich geht. Es ist emotional so herausfordernd, dass wir uns nur noch getriggert f├╝hlen und erstmal Zeit zum Durchschnaufen brauchen.┬á

Merken wir uns also, dass wir mit Trigger eine Bedingung beschreiben, die in uns angelegt ist und bei deren Erf├╝llung, wir angenehme und bei deren Verletzung unangenehme Gef├╝hle versp├╝ren.

Wie h├Ąngen F├╝hlen (Emotion) und Denken (Kognition) zusammen?

In meinen vielen anderen Blogbeitr├Ągen ├╝ber Gef├╝hle und Emotionen habe ich beschrieben, wie hilfreich sie sind, um zu erkennen, wie es uns geht und was wir brauchen. Sie sind schneller als unser Denken und erm├Âglichen uns so, ohne gro├čen Aufwand zu reagieren in Worten und Taten. Dabei greift unser Gehirn auf die Erfahrungen zur├╝ck, die wir in der Vergangenheit gemacht haben.

Emotionale Einfl├╝sse auf Kognition

Emotionen lenken unsere Aufmerksamkeit auf relevante Reize. Angst fokussiert beispielsweise die Aufmerksamkeit auf potenzielle Bedrohungen.

Emotionale Ereignisse werden besser erinnert. Positive und negative Emotionen verst├Ąrken die Erinnerung an entsprechende Erlebnisse.

Emotionen beeinflussen, wie wir Risiken und Belohnungen bewerten. Sie k├Ânnen Entscheidungen beschleunigen oder verlangsamen.

Kognitive Einfl├╝sse auf Emotion

Kognitive Bewertungen bestimmen, welche Emotionen wir in einer bestimmten Situation empfinden. Eine Situation kann als bedrohlich oder herausfordernd interpretiert werden, was zu unterschiedlichen emotionalen Reaktionen f├╝hrt.

Durch Umdeutung einer Situation k├Ânnen Emotionen reguliert werden. Ein negativer Reiz kann durch positive Interpretation entsch├Ąrft werden.

Emotionen beeinflussen, welche Erfahrungen wir speichern und wie wir sie interpretieren, was unsere zuk├╝nftigen emotionalen Reaktionen pr├Ągt. Emotionen und Kognition sind in einer st├Ąndigen R├╝ckkopplung, bei der emotionale Reaktionen kognitive Prozesse beeinflussen und umgekehrt. Es ist also sinnvoll, beide in ihrer Wechselseitigkeit zu betrachten.

Wie gehe ich angemessen mit meinen Triggern um?

Ob uns einer Mensch wiss- oder willentlich „triggert“, ist f├╝r den Umgang mit unseren emotionalen Reizen in erster Linie irrelevant. Ganz im Gegenteil: Menschen, die in uns Emotionen ausl├Âsen, sind hilfreich, wenn wir uns selbst besser verstehen wollen. (B├Âsartige und niedertr├Ąchtige Menschen klar ausgenommen.)

Zu allererst m├╝ssen wir selbst erkennen, dass wir emotional gereizt wurden:

  • Kampf-oder-Flucht-Reaktion: Unser K├Ârper bereitet sich auf eine Bedrohung vor.
  • Frustration und Abwehr: Wir verteidigen unser Selbstwertgef├╝hl, was zu aggressivem Verhalten f├╝hren kann.

mehr dazu unter ­čś▒­čśí Angst & Wut. Ein hei├čes Paar.

Angemessenheit entwickeln

  1. Erkenne den Trigger: Identifiziere den Ausl├Âser deiner Reaktion.
  2. Atemtechniken: Beruhige dich durch tiefe Atem├╝bungen.
  3. Gef├╝hle anerkennen: Akzeptiere deine Emotionen, ohne sie zu unterdr├╝cken.
  4. Rationalisieren: Betrachte die Situation objektiv und frage dich, ob deine Reaktion angemessen ist.
  5. Selbstmitgef├╝hl ├╝ben: Sei verst├Ąndnisvoll zu dir selbst.
  6. Ablenkung: Besch├Ąftige dich mit Aktivit├Ąten, die dir Freude bereiten.
  7. Mit jemandem sprechen: Teile deine Gef├╝hle mit Freunden oder einem Therapeuten.
  8. Tagebuch f├╝hren: Schreibe deine Gedanken und Gef├╝hle auf.
  9. Bewegung: Sport kann helfen, Stress abzubauen.
  10. Achtsamkeit und Meditation: Diese Praktiken helfen, im Moment zu bleiben und Emotionen zu regulieren.

Indem man diese Strategien anwendet, ┬álernt man, besser mit Triggern umzugehen und die eigene emotionale Reaktion zu kontrollieren. Es erfordert ├ťbung, aber mit der Zeit stellt man fest, dass man gelassener und weniger reaktiv wird.

Zusammenfassung

Trigger beschreiben Reize, die unerw├╝nschte emotionale Reaktionen ausl├Âsen. Um damit umzugehen, ist es wichtig, den Ausl├Âser zu erkennen, Atemtechniken anzuwenden, Gef├╝hle anzuerkennen, die Situation objektiv zu betrachten, Selbstmitgef├╝hl zu ├╝ben und Ablenkung durch angenehme Aktivit├Ąten zu finden. Kommunikation und Tagebuchf├╝hren k├Ânnen ebenfalls helfen. Diese Strategien f├Ârdern die emotionale Regulation und f├╝hren zu mehr Gelassenheit im Umgang mit Triggern.

In einigen F├Ąllen ist es sinnvoll, sich professionelle Hilfe zu suchen, um die eigenen Muster zu erkennen und besser einordnen zu k├Ânnen.

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